Du fehlst, Finie!
Mein Alltag verläuft normal. Ich lache viel, meine Familie und ich unternehmen viel und ich verwöhne Trixi, meine „Zweit“-Katze, die nun – nachdem du gegangen bist – noch da ist.
Manchmal aber ziehen extreme Schmerzen durch meinen Körper, wenn ich auf den Plätzen etwas lege, die ich so viele Jahre freilassen musste, weil es DEINE Plätze waren.
Wie eh und je drücke ich den Schmerz beiseite, verbiete es mir, darüber nachzudenken, denn sonst kommen all die Tränen zurück, die ich nach deinem Tod geweint habe.
Heute Nacht habe ich von Dir geträumt. Und nun weine ich wieder pausenlos. Ich kann nicht darüber reden, denn meine Stimme droht zu ersticken.


Du bist eine Fundkatze gewesen. Mein Gott, hast du mir damals leid getan. Du warst voller Krankheiten, hast nur noch 2,5 Kilo gewogen und hattest so viel Angst.
In den ersten Tagen hast du dich unter der Spüle in meiner Küche versteckt. Doch dann wurdest du mutig und kamst zu mir. Nachdem ich dich gestreichelt hatte, wurde dir klar: Ich bin einer von den guten Menschen, und du konntest gar nicht mehr damit aufhören, mich zu umschmeicheln.
Nach einigen Operationen und Behandlungen warst du gesund und du wurdest eine wunderschöne Katze. Du bist mir nicht mehr von meiner Seite gewichen, wir wurden die allerbesten Freunde. Wenn ich Kummer hatte, rieb sich dein Köpfchen an meinem Gesicht, wenn ich schlafen wollte, hast du den Platz neben mir eingenommen – ganz nahe bei mir – und ich musste meine Hand auf deinen Bauch legen.
Ich habe nie zuvor ein Tier gehabt/erlebt, das so viel Nähe gesucht hat. Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat … Jahr für Jahr.


Ich habe dich in all den Jahren grenzenlos geliebt und du mich. Wir beide waren eine Familie, wir waren eine Einheit.
Doch dann wurdest du krank…
(Bildaufnahmen am 09.02.2025 mitten im Sterbeprozess)


… Ich habe es noch immer in den Ohren, wie sehr du dich übergeben musstest. Am Ende warst du noch dünner als damals, als wir dich gefunden haben. Du hast nur noch 2,2 Kilo gewogen. Oh mein Gott, ich hab so geweint und dich so angefleht, dass du mich nicht verlassen darfst.
Ich bleibe nun zurück, und wenn ich es nicht Tag für Tag verdrängen würde, würde ich nicht – niemals mehr – aufhören zu weinen.
Doch es muss weitergehen.
Für Trixi und meine menschliche Familie.
Sie alle brauchen mich, und zwar so, wie sie mich kennen.

